Freitag, 19. Oktober 2012

Ich schreibe nicht mehr

zumindest nicht viel mehr als sonst. Ich veröffentliche nur mehr. Mir ist aufgefallen, dass ich immer wenn ich Dinge schreibe, um mich zu sortieren nichts veröffentliche. Sicherlich liest sich das was ich dann veröffentliche genauso verwirrt.

Ein Freund von Ole, mit dem ich mich vor ..äh.. längerer Zeit mal unterhalten habe, wollte mit seinem wissenschaftlichen Getue mal Eindruck schinden. Ich kann mich eigentlich an nix weiter erinnern als an die Aussage, dass eine Frage die Antwort bereits beeinflusst. Das ist nun auch nichts weltbewegendes, somal er es auch noch auf politische Umfragen bezog. Doch wenn diesem Soziologie-Studenten etwas mehr zugehört hätte, dann wüsste ich vielleicht ein Mittel, jemanden eine Frage zu stellen ohne die Antwort zu beeinflussen. Ohne Dinge zu zerstören.

Mein Therapeut sagte, ich nehme mir völlig unverschämt das Recht für andere Leute zu entscheiden. Einzig seltsam sei, dass dieses egoistische Handeln einen altruistischen Ursprung hat. - Schöner Satz. Ich finde das trifft auf einige Fälle ja auch zu, nur wenn ich versuche es zu widerlegen lande ich doch immer wieder bei Egoismus und nichts wirklich altruistisches.

Ich wehre ab. Weil ich kompliziert bin, ich weiß, dass man mich nicht immer versteht oder zuviel von mir wissen muss, um mich zu verstehen, aber nicht bereit bin soviel in den Momenten, wo es wichtig wäre preis zu geben. Ist das wirklich selbstlos? Klar, ich will andere nicht verletzen, aber ich will auch selbst an diesen wunden Punkten nicht verletzt werden. Nicht einsortiert, kategorisiert, analysiert oder abgestempelt werden. An anderen Punkten in meinem Leben ist mir aber genau das egal.. ich bin die Überkorrekte, die Anti-Kapitalistin, Anti-Faschistin, der Nerd (die, die sucht, ob es für Nerd eigentlich einen weiblichen Begriff gibt und dabei das hier findet und sich darüber amüsiert: "Nerdtelefonsex... "Hör uns programmieren! *stöhn* Heiße Informatikerinnen kompilieren live deinen Kernel! Ruf an: 01001 - 00110101". Und sich selbst damit gekonnt vom Thema ablenkt.

Ich soll abwägen. Zwischen Entmündigung und Verantwortung. Fairerweise sagte er, dass das viele nicht können.

Meine Meinung zu Schavan

Das ich mal Partei für eine CDU-Tussi ergreife. Vorweg, ich mag sie nicht und finde ihre politischen Schwerpunkte falsch und bisher hat sie nichts nennenswertes gemacht - außer meiner Sicht.

Ich habe mir jetzt das schavenplag durchgelesen, nicht vollständig, aber die Artikel unter "Eindeutiges Plagiat" und einige andere. Ja, man kann Ähnlichkeiten erkennen und hin und wieder sind Sachen schon übernommen worden. Aber ist das gleich ein Guttenberg? Der Freiherr hat seitenweise abgeschrieben oder sich, wenn ich das richtig verstanden habe, Dinge vom Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages schreiben lassen - ohne deren Wissen. Ich finde das liegt in diesem Fall nicht vor. Es gibt einige Fundstellen, wo aus Quellen Dinge zitiert werden, auch mit Fußnoten versehen werden und ein etwas anders lautendes Fazit aus den Quellen gezogen wird und diese in einer wissenschaftlichen Arbeit zusammengeführt werden.

Ich kann das sicherlich nicht einschätzen, ich bin Studentin und dazu noch eines gänzlich anderen Fachgebietes, aber nehmen wir an, ich würde über etwas aus der Informatik schreiben...

Ich müsste Quellen haben, wo Dinge drin stehen, um zu beweisen, dass ich mir das nicht ausdenke. Ich müsste aus den Quellen meine Fazits ziehen, simpel nach dem Motto:
(Quell A + Quelle B) * eigene Erkenntnisse/Thesen = Meine These. Fein. Demzufolge wird es immer so sein, dass man zitiert und vielleicht Dinge aus dem Fazit ÄHNLICH klingen, aber das bewusste umformulieren gehört doch zur wissenschaftliche Aussage dazu, oder nicht? Ich meine, wenn ich eine Quelle habe wo "Punkt 1, Punkt 2, Punkt 3, Punkt 4" drin steht und ich zitiere noch aus einer anderen Quelle, der ich Gewicht schenke, einer neuen Studie, kann ich sehr wohl dazu kommen, eine neue Aufzählung zu machen mit "Punkt 1, Punkt 3, Punkt 4 mit Einschränkung" sprich 2 lasse ich weg, weil es nicht in MEINE wissenschaftliche Erkenntnis passt, ich es bewusst ausschließe und Punkt 4 schränke ich mit meinen neu gewonnenen, wissenschaftlichen Erkenntnissen ein.

Ich habe mir in unserer Bibliothek Bachelor-Arbeiten und Master-Arbeiten durchgelesen (ich weiß, keine Dissertationen) und wenn ich mir das dort anschaue, dann finde ich viele Dinge dort lächerlich. Beschreibungen von OSI-Leveln, normierten Abläufen, Protokollen, eigenes Fazit könnte teilweise aus einem Best Practise kopiert sein. Die Dinger bekamen Noten von 1 und 2 (nicht bei allen steht das in der Bibliothek drin). Andere haben dann "richtig gearbeitet" und Beispielimplementationen von Sachen programmiert. Kommt mir wie mehr Arbeit vor, aber wissenschaftlicher? Wenn ich das Wort zerlege in "Wissen schaffen", also neues Wissen schaffen, müsste das nicht dann die Messlatte für ein Plagiat sein. Wenn wirklich nur kopiert wurde, nichts neues drin steht, keine Dinge zusammengeführt wurden. Also nur kopiert und nochmal anders hingeschrieben.

Wenn das die Messlatte ist, dann sind die Stellen, die ich las kein Plagiat. Ehrlicherweise, hätte ich über diese Frau lieber etwas anderes geschrieben.

Mia

Zitate

Die Summe unseres Lebens sind die Stunden, in denen wir liebten. (Wilhelm Busch)

Wahrlich, keiner ist weise, der nicht das Dunkel kennt. (Hermann Hesse)

Morgen wird der schönste Tag in Raymond K. Hessles Leben sein. Sein Frühstück wird besser schmecken als jede Mahlzeit, die du und ich jemals gegessen haben (Tyler Durden)

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